1.4   Umlaufzeit und drittes Keplersches Gesetz

Sei rp und ra der Abstand des Planeten im Perihel und im Aphel und T die Umlaufzeit des Planeten, dann folgt aus (1.9) und der Tatsache, dass der Planet vom Perihel zum Aphel die halbe Umlaufzeit ( r(T2)=ra ) benötigt:

rpra xax2+bx+ cdx=T2

Wegen (1.8) , (1.8') und (1.8'') gilt:

arp2+bxp +c= ara2+bxa +c= 0 und

2ara+b b2-4ac= -2arp+b b2-4ac= -1

Eingesetzt in (1.10) für t=T2 ergibt sich:

b2a-a arcsin(-1)- b2a-a arcsin(1)= T2

(1.12)T= -b2a- aπ

Sei h die Länge der großen Halbachse der Umlaufellipse des Planeten, dann folgt aus (1.8') und (1.8'') :

h=12 (rp+ra)= 12 (-b+b2 -4ac2a+ -b-b2- 4ac2a )=-b2a

Einsetzen des Definitionswerts von b ergibt:

h=-2GM 2aa= -GMh

Einsetzten dieses Werts von a und des Definitionswerts von b in (1.12) ergibt eine Formel für die Umlaufzeit in Abhängigkeit von der großen Halbachse h:

T=hh GM2π

Quadrierung dieser Gleichung ergibt die Variante des dritten Keplerschen Gesetzes für einen Planeten:

(1.13)T2= h34π2 GM

Seien T1 und T2 die Umlaufzeiten zweier Planeten und h1 und h2 ihre großen Halbachsen, dann folgt daraus die allgemeine Formulierung des dritten Keplerschen Gesetzes:

(1.13') (T1T2 )2= (h1 h2 )3

Dieses Gesetz gilt, wenn die Masse der Sonne sehr viel größer als die des Planeten ist. Für nicht vernachlässigbare Massen der Planeten (oder Systeme mit zwei Sonnen) gilt ein ähnliches Gesetz, das wir hier aber nicht weiter betrachten.

Anwendung:

Berechnung der Masse M des zentralen schwarzen Lochs (Sagittarius A*) der Milchstraße, siehe https://www.lehman.edu/faculty/anchordoqui/chapter25.pdf

Der Stern S0-2 umkreist Sagittarius A* mit einer Umlaufzeit T = 15,2 Jahren auf einer elliptischen Bahn mit großer Halbachse h = 1.45e14 m.

Aus (1.13) und G = 6.67430e-11 lässt daraus M berechnen:

M=h3 4π2 GT2= 7.83696278e36kg

Das entspricht fast 4 Millionen Sonnenmassen.

 

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